| Summary: | Bevor auf die Griindung der Deutschen Gesellschaft fUr Urologie eingegan gen werden kann, mu~ zunachst ein allgemeiner Situationsbericht Uber die damalige Urologie gegeben werden. Schon im Altertum wurden Krankheitsbilder und ihre Therapie beschrie ben, die in das heutige Fachgebiet der Urologie fallen, allen voran die au~erst schmerzhaften Harnsteinbeschwerden sowie die HarnrohrenausflUsse, Strik turen und Harnveranderungen, seltener Hoden- und Peniserkrankungen und nur ganz vereinzelt Schwellungen der Flanke durch Nierenabscesse, die eroffnet wurden. Die am hauftgsten vorgenommenen operativen Ein griffe, die Beschneidung und der so oft modifizierte Steinschnitt, mUssen schon zur frUhen Urologie gerechnet werden. Da die alte Urologie nur Er krankungen der Blase und Harnrohre bei beiden Geschlechtern sowie die der mannlichen Genitalorgane behandelte, war ihr Umfang bis zum Ende des Mittelalters begrenzt. Am hauftgsten waren die· Berichte Uber den Steinschnitt, zu dem die Menschen frUherer Zeiten wegen der damit ver bundenen gro~en Schmerzen am ehesten bereit waren. Am Ende des 15. lahrhunderts begegnen wir einer vollig neuen Situation: Durch den Seuchenzug der Lues, verbunden mit einer virulenteren Gonor rhoe wurden die Arzte gezwungen, sich mit diesen neuen Krankheiten des Urogenitalsystems zu befassen, wobei Chirurgen bzw. Wundarzten vor nehmlich die Behandlung der Harnrohrenstrikturen zuftel, wahrend sich die Allgemeinarzte hauptsachlich der Harnschau widmeten. Dabei bedeu tete der Begriff "Urologia" primar "das Wasserbesehen", wie aus dem 1736 von luncker (1) herausgegebenen Werk ersichtlich ist. Spater wurde er auch mit den Vedinderungen der einzelnen Harnbestandteile bei den ver schiedenen Krankheitszustanden in Zusammenhang gebracht
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